Willkommen zu einem Rundgang im Hortus Vespertilio in Klagenfurt. Im Mai blüht schon so einiges.

Viele Projekte warten darauf, umgesetzt zu werden.

Kommt mit auf eine Gartenrunde!

Titelbild: Eine wunderschöne Bergflockenblume mitten im Vergissmeinnicht. Die Bergflockenblumen sind bei Insekten sehr beliebt, ganz besonders bei den Hummeln. Und auf den Vergissmeinnicht tummeln sich viele winzige Insekten. Über die winzigen Wildbienen freuen wir uns immer besonders.

Wenn man den Weg am Haus entlang geht, kommt man zuerst zum „Waldbeet“. Ich gebe den Beeten Namen, sonst kenn ich mich gar nicht mehr aus… Im Vordergrund sieht man einen Salbei. Ich liebe dieses Salbeilila. Ob es Wiesensalbei ist oder unser Gartensalbei… ich weiß es nicht.

Am Rand vom Waldbeet wachsen eine Föhre, 2 Lärchen, 3 Fichten und 1 Eberesche. Die Bäume wurden Ende der 50er Jahre von den Großeltern gepflanzt. Sie geben ein gutes schattiges Platzerl ab, eine alte Parkbank lädt zum Schauen und Ausrasten ein.

Das Waldbeet ist uns etwas entglitten. Unfassbar viele Gräser haben sich breitgemacht. Ich hab nun begonnen, die Gräser, die Scheinerdbeeren, Zitronenmelisse und Löwenzahn zu entfernen. Mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Als weniger Erfolg bezeichne ich es, wenn ich die Wurzeln nicht erwischt habe. Auf jeden Fall waren die Amseln begeistert, kaum haben wir uns ins Haus begeben, hüpften sie in die offene Erde und holten sich Regenwürmer. Der Ast, der ins Bild hängt, ist von einem Apfelbaum, Kronprinz Rudolf. Im Hintergrund sieht man im Schatten die alte Parkbank.
Wunderschön sind diese zarten Glockenblumen. Wer auch immer eine Pflanze bestimmen kann – her mit den Infos!!

Im Zuge des Unerwünschte-Kräuter-Zupfens habe ich gesehen, was in diesem Waldbeet alles wächst:

Bergflockenblumen, 2 Pfaffenhütchen (eines werden wir entfernen, wächst zu nahe am Weg), Vergissmeinnicht, Akeleien, Wiesenmargeriten, Glockenblumen, Wiesen- und/oder Gartensalbei, Clematis, Traubenhyazinthen, Katzenminze (sie gedeiht sehr gut), Primeln, Beinwell, Klatschmohn, Gamander, Zierlauch, Schwertlilien, Königskerzen, Nachtkerzen, Stockrosen, Sonnenhut. Der Steinquendel fühlt sich nicht so wohl hier, den werden wir versetzen.

Was das Wachstum zusätzlich beeinträchtigt, sind die Unmengen an Nadeln, die von den Bäumen rieseln. Die Bäume halten viel vom Regen ab, sodass das Beet ziemlich trocken ist. Die Katzenminze hat sich da als am besten geeignet herausgestellt. Es hat 2023 so viel geregnet, dass wohl genug Wasser die Pflanzen erreicht hat, deshalb ist erstaunlicherweise so viel Unterschiedliches gewachsen.

Die ersten Margeriten blühen auf, sehr viele ganz kleine Pflänzchen hab ich entdeckt, die hoffentlich auch bald blühen werden. Ich liebe ja alles, was auch nur entfernt einem Gänseblümchen ähnlich sieht.
Beim Zupfen der Scheinerdbeeren kam eine Wildbiene geflogen und summte suchend umher. Anscheinend hat sie hier ein Nest. Eine Sandbiene, evtl. Andrena cineraria (danke für die Info dem Spezialisten).
Der Totholzstapel links ist der allererste, den wr in diesem Garten angelegt haben. Rechts haben wir einen riesengroßen Reisighaufen aufgeschichtet, drunter wohnen Igel. Als ich einmal abends auf der Bank saß, der abends auf Futtersuche ging.
Blick durch den Rosenbogen (der mit der Ramblerrose Veilchenblau bepflanzt wurde) Richtung Blumen- und Gemüsebeet. Der Rosenbogen rostet, er war billig. So was kaufen wir nicht mehr. Ein schöner Rosenbogen wartet schon im Hofgebäude aufs Aufbauen. Zum Glück ist die Veilchenblau noch nicht so groß, wir können den Rosenbogen problemlos austauschen. Früher sah es so aus.
Das Gemüsebeet wird von Vergissmeinnicht eingerahmt. Vom frisch Gesetzten haben die Schnecken leider nicht sehr viel übrig gelassen.
Unser „Blumenbeet“. Hier soll irgendwann ein Teich entstehen, in der Zwischenzeit streuen wir hier übrig gebliebene Blumensamen aus. Vieles hat sich von selbst angesiedelt, die Bepflanzung wechselt jedes Jahr.
Auf den Hahnenfußblüten kann man immer viele kleine Insekten beobachten. Eine Schwebfliege wird von einer winzigen Wildbiene „verfolgt“ ;-).
Eine kleine Wildbiene auf der Hahnenfußblüte. Könnte eine Hahnenfußscherenbiene sein. Es gibt 600 Hahnenfußarten, ich kann sie beim besten Willen nicht bestimmen.
Die kleinen Blüten des Vergissmeinnicht sind ebenfalls Anziehungspunkt für viele Insekten. Gemütlich bleibt der zottige Rosenkäfer sitzen, er lässt sich nicht von mir stören.
Eine kleine Fliege auf dem Vergissmeinnicht.
Die Blätter des Frauenmantels haben eine Beschichtung, die die Regentropfen stehen lassen. Es sieht wunderschön aus, wenn sie im Sonnenlicht glitzern. Ich sehe das auch als eine Art Insektentränke.
Unser Vogelparadies. Von links und rechts kommt jeweils eine große Totholzhecke, drinnen wachsen stachelige Wildrosen, Berberitzen, stachelige Brombeeren, um Katzen abzuhalten und Vögeln einen sicheren Aufenthaltsort zu bieten. Oben auf das Totholz schichten wir immer wieder abgeschnittene Rosenranken (natürlich auch den Strauchschnitt). In unserem Garten tummeln sich einige Amselpärchen. Wobei ich sie hier nie sehe, sondern immer in allen anderen Bäumen und hüpfend auf Futtersuche oder badend im Vogelbad.
Das neue Sandarium bzw. Magerbeet. Nur mit Sand gefüllt. Hier stand eine große sterile Forsyhtie. Was wächst hier?
Sandnelke, Königskerze, Nachtkerze, Distel, Hauswurzen, Mauerpfeffer, Skabiosen.
Rund um das Sandarium haben wir Kies gestreut, eine alte Grablaterne haben wir mit Mauerpfeffer bepflanzt.
Diesen Winter gab es nach starkem Schneefall viel Bruch. Die Tamariske hat sehr gelitten, sie schaut jetzt gar nicht mehr schön aus. Wenn sie blüht, summt es wie verrückt drin. Ich glaube, dass wir sie auf Stock setzen werden und beobachten, ob sie es überlebt. Aus dem Stamm weit unten treibt sie auf jeden Fall schon stark aus. Ich mach mir keine Sorgen, dass sie das Auf-den-Stamm-stetzen nicht überlebt. Auf jeden Fall ist es hier jetzt viel heller geworden, sie hat alles beschattet. Drunter stand ein altes Gewächshaus, deshalb wuchsen die Sträucher rundherum alle seltsam schief.

Unser „Raumteiler“. Die Fläche ist hier sehr groß, deshalb haben wir zu optischen Trennung Wildsträucher gepflanzt, darunter haben wir Storchschnabel gesetzt, der schon voriges Jahr dichte Polster gebildet hat. Den Raumteiler bilden 2 Schlehen, Kornelkirsche (Dirndlstrauch), Pimpernuss. Fast am Ende des Raumteiles steht ein kleines, uraltes Weichselbäumchen. Dieses Jahr schaut es nicht gut aus. Ich glaube fast, dass es nicht mehr austreiben wird. Voriges Jahr, 2022, hab ich noch 1 Weichsel essen können.
Unser „Mauerbeet – Eidechsenburg – Sonnenfalle – Sandarium – Beet“. Nur mit Sand gefüllt und es wuchert wie verrückt. Aufbaudoku. Es soll ja auch für Wildbienen und Grabwespen eine Nisthilfe sein, deshalb müssen wir immer wieder Pflanzen entfernen.
In die Ritzen zwischen den Steinen haben wir viele Hauswurzen gesetzt. Sie sind gut eingewachsen.
Die Röhre links ist der Eingang zum Eidechsen-Kröten-Keller.
Obenauf wuchert es, kein Wunder, nach den ausgiebigen Regenfällen. Der Natternkopf fühlt sich sehr wohl. Eine wichtige Pflanze, besonders für die Natternkopfmauerbiene.
Hier war ursprünglich, vor Jahrzehnten, ein kleiner, inzwischen entfernter Teich und davor riesengroßes Schilf. Das hat die Sicht von der Terrasse auf den Garten total beeinträchtigt und war mir ein großer Dorn im Auge. Ich konnte den Gärtner meines Vertrauens schließlich überzeugen, das Schilf zu entfernen. Voriges Jahr nun habe ich alle gesammelten Samen, die mir übrig geblieben sind, ausgestreut. Im Herbst 2022 noch war ich ziemlich enttäuscht, das sich hier gar nichts tut. Und jetzt, im Mai, nach dem Frost, Schnee und Regen, ist es eine Freude, das ehemalige Schilfbeet anzuschauen.

Derzeit wächst auf dem „Schilfbeet“:

Margariten, Königskerze, Färberkamille, Nachtviolen, Primeln, rosaroter Klee, weiße Witwenblume, Nachtkerzen, Erdbeerminze, Wilde Karde, Kornrade.

Diese alte gelbe Wildrose ist uns eine große Freude. Nicht nur, dass sie viele Insekten anzieht, sie duftet betörend nach Rose. Genau, nach Rose. Genauso, wie man sich Rosenduft vorstellt. Ich hab versucht, ein paar Stecklinge zu machen. Bin gespannt, ob sie überleben.
In einer Ecke im Garten entsteht mein „Duftzimmer“, hier hätte ich gern duftende Pflanzen. Ein uralter, niemals beschnittener Bauernjasmin steht hier. Den werden wir nach der Blüte zurückschneiden, innen ist er ganz dürr. In der rechten Ecke steht ein alter Apfelbaum, vor einem Jahr ist ein Teil seines Stammes auseinandergebrochen. Links hinter einer weißen duftenden Wildrose steht ein halb abgestorbener Kirschbaum. Mittig noch ein Apfelbaum. Als Eingang in das Duftzimmer fungieren zwei neue Beete, links mit einer kleinen Steinpyramide.

In dieser Ecke des Gartens hielten die Großeltern Hühner. Die Reste des Hühnerstalls findet man noch immer: Betonfundamente in der Erde. Teilweise haben wir sie ausgegraben und in die Sandarienbauten eingearbeitet (als Drainage unten in den Krötenkellern).

Was hier noch so alles wächst (von früher von den Großeltern und von uns gepflanzt, Wildsträucher sind immer von den Niederösterreichischen Heckentagen):

Kreuzdorn, Faulbaum, Salweiden, Efeu, Bauernjasmin, Flieder, Berberitzen, Holunder, Liguster.

Im linken Teil, wo die kleine Steinpyramide steht, haben wir gepflanzt:

Kornrade, Zwergflieder (ich hab Stecklinge von unserem Zwergflieder in NÖ gemacht, die ersten zwei haben den Winter nicht überlebt, neuer Versuch), Mondviolen, Erdbeerjasmin (Steckling gemacht), Malven, und Samen gestreut.

Rechts vom Durchgang wachsen Wilde Karden, Bärlauch, Pimpernuss, Kornelkirsche und Kreuzdorn.

Wenn wir Richtung Gartentor gehen, kommen wir an einem uralten, riesengroßen Kirschbaum vorbei. Hier wächst ein beeindruckender Schwamm. Was aber noch beeindruckender ist, dass aus einer Astgabel eine Eberesche wächst. Wieder ein Beweis dafür, dass die Vögel im Zuge ihrer Verdauung die Verbreitung von Pflanzen sehr fördern ;-).
Seht ihr die Eberesche?
Neben dem Gartentor wächst Flieder in 4 verschiedenen Farben. Uralt, wohl auch aus den Fünfzigerjahren. Er duftet herrlich.

Was ich an diesem Garten interessant finde, ist, dass er zeigt, dass früher keine Thujen am Zaun entlang gepflanzt wurden. In einem Hortus nennen wir den Bereich mit Sträuchern, die den Garten vor äußeren Einflüssen (Straßenlärm, Staub etc) und Blicken schützen, Pufferzone.

Was wächst hier also am Gartenzaun alles entlang, gepflanzt vor Jahrzehnten und ergänzt von uns:

Flieder, Liguster, viele Berberitzen, Eberesche, Eibe, Haselnuss, Kriecherl, Quitten, Faulbaum, Kreuzdorn, Heckenkirsche, Pimpernuss, Buche, Nussbaum, Lärche, Fichte, Föhre, Weißdorn, Wildrosen (ich kann sie nicht bestimmen, Hundsrose oder Kartoffelrose, auf jeden Fall werde ich die unzähligen wild aufgegangenen entfernen, sie erobern einfach alles, wenn man sie lässt), 1 Forsythie, die so mit dem Gartenzaun verwachsen ist, dass wir sie im Moment nicht entfernen können, Pfaffenhütchen, Spierstrauch, Salweide und Cotoneastern (ein invasiver Neophyt, wird im Laufe der Zeit entfernt werden).

Heckentag Kärnten

https://www.heckentag.at/infos-noe

Ich hoffe, dass euch der Gartenrundgang gefallen hat.

Alles Liebe, Karin

(c) alle Fotos und Text: Karin Kurzmann