Einen Naturgarten anzulegen und dann den Garten nicht aufzuräumen, ist die beste Entscheidung, die man treffen kann.

Distelfinken/Stieglitze kommen immer in Gruppen zum Fressen und wir freuen uns, dass sie wieder da sind. Heute holen sie sich die Sonnenblumenkerne vom Hochbeet, wo wir welche gepflanzt haben. Die Samen der Wegwarten, die wir im Hotspotbeet ausgesät haben, kommen besonder gut bei ihnen an.
Kohlmeisen und Feldsperlinge fliegen herum und holen sich Futter. Ich habe Sonnenblumenkerne in ein Futterhäuschen gefüllt, das wurde gleich am ersten Tag entdeckt.
Der kleine Vogel, der auf den Rosenzweigen über den Igelfutterschüsserln herumturnt, konnten wir noch nicht identifizieren.
Ich schau beim Fenster hinaus und sehe zwei Amseln, die neben uns im Holunder herumturnen. Dann kommt eine Kohlmeise, die am Stamm herumpickt und sich Insekten aus der Rinde holt. Und eine Schar Stare hat vorbeigeschaut und ein paar von ihnen saßen kurz in der Felsenbirne. Wirklich faszinierend!
Es ist ein Vergnügen, ihnen zuzuschauen. Gleichzeitig sind sie wertvolle Nützlinge, wichtig für das Gleichgewicht im Garten.

Was können wir nun für die Vögel tun?

– abgestorbene Bäume stehen lassen, sie brauchen die Höhlen, sie lieben die lockere Rinde, denn da holen sie sich Insekten raus

– sie brauchen Bäume und Wildsträucher

– Stauden und Wildblumen pflanzen und die Samenstände stehen lassen, im Herbst nichts wegräumen!

Von welchen Tieren ernähren sich die Singvögel?

– von Blatt- und Blutläusen, Raupen, Larven, Fliegen, Käfer und Würmern.

Sie sind also richtige Nützlinge und vertilgen die Schädlinge, die uns manchmal im Garten zu schaffen machen!!

Hier ein kurzes Video von heute früh, durchs Fenster gefilmt:
Ein paar Stieglitze sitzen auf den Wegwarten und einige auf den Sonnenblumen. Wir freuen uns immer sehr, wenn sie wieder da sind.
Wir wissen noch nicht, welcher Vogel das ist. Er ist eher ein nervöser Typ, flattert wie ein Kolibri herum, zwischen den Samenständen auf dem Hotspotbeet.
Es ist einfach schön, wenn man den Garten nicht abräumt, man hat so viele Samenstände und damit so viel Abwechslung im Garten, wo es so viel zu sehen und zu entdecken gibt. Nächster Garteneinsatz erst im Frühling….
Je weniger man aufräumt, je mehr Naturmodule man anlegt, ums so schneller sicherer stellt sich ein Gleichgewicht im Garten ein.

Welche Naturmodule kann man anlegen?

– Hecken, Totholzstapel, Totholzhecken, Reisighaufen
– trockene Samenstände stehen lassen
– leere Schneckenhäuser liegen lassen
-Wildblumenwiesen anlegen
– kleine Steinhaufen oder kleine Steinmauern bauen, ohne Mörtel
HIER geht es zu Tipps für Wildsträucher.
HIER geht es zum Beitrag: Garten NICHT aufräumen.
HIER geht es zu: Wer überwintert wo?
HIER geht es zur Baudokumentation unserer Eidechsenburg, die gleichzeit ein Magerbeet ist, also ein Hotspotbeet.
HIER geht es zur Baudokumentation unseres Magerbeetes (Hotspot) auf der Terrasse, einer versiegelten Fläche.
HIER geht es zur Baudokumentation unseres Mauerbeetes-Hotspot-Mager-Sonnenfallenbeetes in Kärnten.
HIER geht es zur Baudoku unserer Mini-Totholzhecke.
Einen schönen Gartenherbst wünschen wir euch und senden euch liebe Grüße aus dem 🇦🇹 Hortus Girasole 🇦🇹 !
Titelbild: Stieglitz auf dem Samenstand einer Wegwarte.
(c) Fotos, Film und Text: Karin Kurzmann
Quelle: Natur im Garten, Kraut und Rüben