Lasst die Scheren stecken! Putzt sie, ölt sie, aber schneidet nichts zurück!

Die einzigen Dinge, die wirklich im Herbst zu tun sind, bevor der Winter kommt:
1. Die Regenwassertonnen entleeren und winterfest machen, damit sie nicht kaputtgehen.
2. Die Wege vom Laub befreien, damit man im Winter nicht ausrutscht.
3. Ein Igelwinterquartier bauen – das wäre ideal!
4. Wer eine echte magere Blumenwiese hat, eine sogenannte „Hotspotzone“, der hat noch einen Extrapunkt zu erledigen: alles, das dort liegt, abräumen, sonst wird das magere Substrat damit gedüngt, und das soll nicht passieren.
5. Die Gemüse- bzw. Ertragsgärtner erwartet auch noch ein 5. Punkt: Gemüsebeete abernten
Fertig!

Warum soll man nicht aufräumen?

– Falllaub, Reisig und Gras brauchen: Igel, Kröten, Molche, Spitzmäuse, Waldmäuse, Haselmäuse, Blindschleichen, Laufkäfer, Marienkäfer, Spinnen, und viele andere mehr.
– Hohle Halmen sind Überwinterungsquartier für Insektenlarven
– Abgeknickte Triebe, abgefallenes Laub, Blüten, vertrocknete Beeren und vieles andere mehr: schützen Bodenknospen, Knollen, Zwiebeln und die Bodenorganismen vor dem Frost.
– Samenstände der verblühten Stauden verleihen dem Garten Struktur.
– Die überwinternden Insekten: sind fette Beute der Vögel!
– Samenstände der Wilden Karden, Sonnenblumen, Cosmeen, Flockenblumen und beerentragende Sträucher: wertvolles Futter für die Vögel.
Wer seinen Garten im Herbst also nicht aufräumt, braucht KEIN schlechtes Gewissen zu haben. Im Gegenteil! Und das mit weniger Arbeit! Ist das nicht großartig?  Der Garten ist kein Wohnzimmer, sondern ein Garten!!!
Ich wünsche euch einen schönen Gartenherbst!
Liebe Grüße, Karin!

(c) Text und Foto: Karin Kurzmann, Hortus Girasole, Titelbild: Distelfink auf dem Samenstand einer Wegwarte