Wenn man die verschlossenen Nistgänge farblich markiert, weiß man, ob daraus Wildbienen geschlüpft sind.

Wir haben wie folgt – mit Wasserfarbe – markiert:

2016: gelb

2017: orange

2018: grün

Wenn nun im Jahr 2019 Mitte des Jahres Verschlüsse mit diesen Farbmarkierungen noch verschlossen sind, wissen wir, dass die Brut abgestorben ist. Diese Röhrchen werden wir reinigen.

Alle Verschlüsse ohne Farbmarkierung sind neue Nistgänge, also neu von den Wildbienen angelegt.

Auf den folgenden Fotos zeige ich euch Beispiele dafür:

2018: viele orange markierte Verschlüsse sind weg, die Bienen geschlüpft und schon wieder besiedelt, diesmal mit grün markiert. Die Wildbienen, die die kleinen Durchmesser besiedelt haben, schlüpfen erst später im Jahr.
Das ist unsere Beobachtungsnisthilfe (oben) und unten ein Strangfalzziegel. Beide haben wir nicht markiert, ein Fehler, wie sich zeigt. Am Ziegel unten sieht man anhang der eingetrockneten Kottröpfchen, dass Bienen geschlüpft sein müssen. Möglicherweise wurden auch schon wieder einige Eingänge verschlossen. Wir wissen es nicht. Oben, bei der Beobachtungsnisthifle, sieht es nicht gut aus. Keine Kotspuren. Da wissen wir gar nichts. Wir werden demnächst mal nachschauen….. Fazit: wenn man mehr über die Wildbienen wissen möchte, dann ist das Markieren eine feine Sache!
2017 haben wir dann diese selbstgebaute Nisthilfe (aus Bambusröhrchen) aufgehängt und die Verschlüsse mit orangen Wasserfarbenpunkten markiert. Anhand der vielen weißen Kottröpfchen sieht man, dass schon einige Bienen geschlüpft sind.
Das ist eine fertig gekaufte Nisthilfe, schlechte Qualität, schlechte Verarbeitung Ich habe sie ausgeräumt und neu bestückt. Von den vielen unsauber gearbeiteten Röhrchen waren nur 17 belegt. Wir haben die besiedelten Röhrchen aus dieser Nicht-Nisthilfe ausgeräumt.
Diese 17 Röhrchen haben wir in einen Lochziegel gesteckt und gelb markiert. Im nächsten Jahr, 2017, sieht man schön, dass die gelben Verschlüsse weg sind und neu verschlossen wurde. 2017 haben wir orange markiert.
Hier sieht man schön, dass sie geschlüpft sind: die elfenbeinfarbenen Flecken sind eingetrockneter Darminhalt. Wenn die Bienchen schlüpfen, verrichten sie zuerst einmal ihr „Geschäft“ 🙂 -> rot eingeringelt
2018 markierten wir mit grüner Wasserfarbe. Einen Tag später waren schon weitere Röhrchen verschlossen. Zwei Bienen zeigen uns ihre Popos
Unter der Nisthilfe liegen – auf einem weiteren Tonniststein von mir – grüne Bröckerl. Hier haben die Weibchen eine Röhre verschlossen, sie wurde von uns grün markiert, und am nächsten Tag haben sie den Deckel wieder aufgemacht und tragen weiter Pollen ein und legen ein Ei drauf. Sehr ordentlich 🙂 Über Nacht einfach die Tür zugemacht 😉 Gelb eingeringelt sind Pollenbröckerl.

Für 2019 müssen wir noch eine Farbe für die Markierungen aussuchen.

Das Wichtigste: Nisthilfen für Wildbienen sind NICHT wichtig. Wichtig sind die richtigen Futterpflanzen! Nisthilfen dienen nur einem Zweck: um Menschen für Wildbienen zu begeistern, um sie zu motivieren, auch in ihrem Garten Insektenfutterpflanzen einzusetzen.

Wer will schon in einem Haus wohnen, wo es zwar ein Bett, aber nichts zu essen gibt? Eben.

Alles Liebe, eure Karin!

(c) Fotos und Text: Karin Kurzmann