Unsere Eidechsenburg ist Unterschlupf, Versteck, Nisthilfe, Futterplatz und Winterquartier  – für allerlei Getier – Eidechsen, Kröten, Frösche, Schnecken, Schnegel, Sandarium für Wildbienen und hoffentlich vieles mehr. Gleichzeitig ist sie durch die „magere“, also nährstoffarme, Befüllung ein Magerbeet für wilde Pflanzen. Die Fotos zeigen euch Schritt für Schritt, wie wir es gemacht haben. Seht selbst:

An der entsprechenden Stelle im Garten haben wir 50 cm hinuntergegraben. 13. März 2017.
Wir haben alte Ziegel und Tontöpfe zertrümmert und als Drainage gegen Staunässe eingefüllt.
Wir hatten das Glück und bekamen alte Randsteine geschenkt, mit diesen haben wir die Umrandung gebaut.
Immer weiter Steine aufeinandergesetzt, NICHT geklebt oder gemörtelt, mit Zwischenräumen, damit die Tiere hineinkönnen. Mit Steinen und Sand gefüllt.
Wir haben eine Art Zwischenwand gebaut, damit es innen stabiler ist und mit Steinen gefüllt.
Im linken Teil sind weniger Steine, dafür mehr Sand und ein paar Platten als Dach für eine Höhle, damit hier zum Beispiel Kröten überwintern können.
Wir haben längliche Steine als Weg/Zugang gelegt, sozusagen als roten Teppich, damit unsere Gäste gut in die Burg hineinfinden 😉
Wir haben flache, verschieden große Platten gelegt, damit kleine Höhlen/Räume entstehen.
Dann haben wir mit einem Sand-Schutt-Schotter-Gemisch aufgefüllt. Das ist ein Substrat für Pflanzen, die auf mageren Böden gedeihen. Mager bedeutet: nährstoffarm, nicht gedüngt. Auf nährstoffreichen Böden nehmen die darauf spezialisierten Pflanzen jenen Platz weg und verdrängen sie. Die überall fehlenden Magerflächen sind das große Problem. Alle Flächen sind überdüngt und zu nährstoffreich. Deshalb schaffen wir kleine Inseln mit mageren Flächen, die Hotspot-Zonen.
Sie ist fertig: 25. März 2017. 🙂
Der erste Schmetterling macht auf dem warmen Stein Rast.
In die Spalten an den Seitenwänden und oben haben wir einige Pflanzen eingesetzt und gesät: Glockenblumen, Hauswurzen, Kornblumen, Mohn ist selbst gekommen, Braunelle ist selbst gekommen, Cosmea hat sich selber angesiedelt, Skabiose haben wir gesetzt, Steinnelke, wilde Möhre gesät.
Kurz nach der Fertigstellung konnten wir Wildbienen beobachten, die sich entweder Material zum Verschluss ihrer Brutröhren geholt haben oder gleich hier eine Brutröhre gegraben haben. In 2 Metern Entfernung haben wir 2 Wildbienennisthlifen aufgehängt.
5. Juni 2017, im Vordergrund blühen Storchschnabel und Gartensalbei.
23. Juni 2017, ich habe über die grünen Samenstände der dunkelroten Skabiose „Verhüterli“ gestülpt, damit die Vögel nicht sämtliche Samen verputzen. Die schmecken ihnen gut, die Samen der Skabiosen. Ein paar musste ich für mich retten, fürs nächste Jahr.
Die Steinnelke haben wir als junges Pflänzchen gekauft. Hat sich gut entwickelt! Sie ist sehr beliebt!
3. Juli 2017. Der Mohn ist verblüht, die Kornblumen blühen unermüdlich weiter….
Diese lustigen getöpferten Würmer waren ein Geschenk zu meinem Geburtstag, sie passen jetzt auf die Eidechsenburg auf 🙂

 

Ich beende die Bau-Foto-Doku hier. Details zur Bepflanzung und weiteren Entwicklung dokumentiere ich in einem eigenen Beitrag.

Ich würde mich freuen, wenn ihr euch durch diese Dokumentation inspiriert fühlt und auch ein Naturmodul in dieser Art baut!

 

 

12. Mai 2024 – die Glockenblumen blühen
Die gelben Skabiosen haben 2023 die Karthäusernelke ziemlich verdrängt. Also Skabiose großzügig entfernt und der Karthäusernelke wieder Platz gemacht.