Gestern durften wir einen Garten besuchen, der die Bezeichnung „Hortus“ im Sinne des Hortuskonzeptes absolut und unbedingt verdient! Unsere Gastgeber haben ein Paradies geschaffen, jetzt brauchen sie nur noch einen Namen 🙂 Der Garten liegt in Niederösterreich. Kommt mit uns und geht eine gemütliche Runde durch den Hortus ohne Namen :-), den Garten von Tina und Martin 🙂

Zum Titelbild: Die Vermutung liegt nah: wir sind in Niederösterreich! Tina und Martin haben die Natur-im-Garten-Plakette gleich beim Eingang angebracht, so weiß man gleich, was einen erwartet: ein Naturgarten, ein Garten mit viel Natur, im besten Sinne!

Ein freundliches „Servas“ begrüßt einen gleich daneben. Hier kann der Rundgang des Staunens beginnen, in einem Garten, der ein Hort für die Tierwelt ist und deshalb für die Menschen ein Paradies.
Von der Straße aus merkt man gleich: das muss ein besonderer Garten sein. Was stand früher da? Ein Zaun und dahinter viele Thujen.
Hier wurden große Steine genial geschichtet und dazwischen Pflanzen gesetzt. Eine Natursteinmauer, die ihresgleichen sucht. Freude für´s Auge und Lebensraum für viele Tiere.
Es blüht und summt, was für ein herrlicher Anblick!
Und hier merkt man schon: da hat jemand eine Leidenschaft für alte Sachen! Hauswurzen, Mauerpfeffer und Fetthennen vertragen alles! Auch die alte eiserne Mühle, eine Mohnquetschmaschine.
Was für ein herrlicher Stein! Ein wunderschöner Blickfang.
Mohnmühle, Blumen in Rostoptik, Gießkannenbrauseaufsatz, Emailleschüssel (Nachttopf?) mitten in dichtem Bewuchs. So wird man empfangen 🙂
Der Wollziest hat sich hier angesiedelt und er fühlt sich sichtlich wohl, denn er blüht herrlich!
Und natürlich haben die Wollbienen entdeckt, wo ihr Wolllieferant ist. Sie schaben die feinen Pflanzenhärchen ab und bauen ihr Nest damit. Die Männchen sind wahre Beschützer, sie verteidigen ihr Revier und ihre Weibchen ziemlich energisch.
Der Geißbart blüht.
Eine Libelle aus Eisen, sie ist nur das Symbol für die vielen Libellen, die zuhauf beim Teich unterwegs sind. Eine Nützlingsunterkunft st auch da, nicht ganz optimal, wie viele, die man kaufen kann oder selber gemacht hat, aber trotzdem gut besiedelt. Den Bienen ist es manchmal ziemlich wurscht, was wir so glauben, was für sie gut ist.
Ins Keramikkuvert passen Hauswurzen 🙂 …. und die echten Frösche springen im Teich herum!
Storchschnabel wuchert, eine tolle Pflanze für „Problembereiche“. Es gibt viele unterschiedliche, auf die Standort- und Substratansprüche achten.
Eine schlanke Säule, sie erinnert schon ein wenig an unser Hortus-Wahrzeichen, die Pyramide 🙂 Ein Platz für die erste „richtige“ Steinpyramide steht schon fest….
„Trau keinem Garten, in dem kein Unkraut wächst“ – dem ist nichts hinzuzufügen 🙂
Die Zwiebelblütenstände sehen toll aus!!!
Ein Trockenmauerkräuterhochbeet. Das ist so wunderschön!! Es duftet! Man kann sich gar nicht sattsehen!
Diese alte Zinksitzwanne ist nun der „Ertragzone“ gewidmet. Dort wächst – Zucchini oder Kürbis? Ich habs vergessen…
Die dankbarsten und pflegeleichtesten Pflanzen überhaupt, die Hauswurzen. Dekorativ sind sie sowieso…
Verschiedene hübsche Pflanzenstecker klären die Unkundigen auf, was da wächst 🙂 Wer nicht all seinen Oregano erntet und was blühen lässt, wird ein „Schmetterlings-„Wunder erleben. Bei uns tummeln sich viele Schmetterlinge auf den Blüten.
Das Kräuterhochbeet mit kleinem Wasserbiotop.
Dieses Jahr gibt es besonders viele Distelfalter. Hier darf er natürlich auch nicht fehlen. Er sitzt da auf dem sogenannten „Maiglöckchenstrauch“ (eine Deutzie) und tankt Nektar.
Was fehlt in keinem Hortus? Genau, Totholz. HIer wieder gekonnt in Szene gesetzt.
Diese alte Laterne hat Martin auf dem Recyclinghof gefunden. Der ist wohl eine echte Fundgrube!
Tina sorgt mit ihren bunten Keramikschwammerln für Farbtupfer.
Ein Ziegelhochbeet, in der Hortussprache Ertragszone genannt.
Das wird eine Pracht, wenn dieser Zwiebelkopf blüht.
Hier kann geerntet weden, da lacht das Herz eines jeden Gemüse- und Salatgärtners.
Jeder Platz wird genutzt. Eine alte Holzkiste wird kurzerhand umfunktioniert.
Auch dieses kleine Podest ist gut bepflanzt. Alte Fässer werden zu Pflanzgefäßen.
Noch einmal dieses traumhaft schöne Steinmauerkräuterhochbeet!!!
Man sieht hier die vielen Käferfraßgänge so gut. In diesen Fraßgängen nisten Wildbienen, sie nehmen sie als Niströhren und befüllen sie mit Nektar, Pollen und ihren Eiern. Wir bauen mit den künstlichen Nisthilfen diese natürlichen Nistplätze nach.
Beide Ziegelhochbeete auf einen Blick. Was geht, wird bepflanzt. Ist das nicht herrlich?
Was Martin so alles findet… diese alte Steinwalze (was war das noch gleich genau?) ein Totholzstamm bepflanzt, und schon wieder ist ein Blickfang da, man weiß gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll. Die hübsche Rosenkugel übersieht man fast.
Die Zitronenmelisse wird hier gut begrenzt. So kann sie nicht so leicht ausbrechen. Ein altes rostiges Schauferl geht hier auch unter.
Ist das nicht ein herrliches Willkommen? Martins Sammlung an Fundstücken wird hier dekorativ präsentiert. So manches wurde im eigenen Garten gefunden, zum Beispiel die Zähne….
Ein altes Nähmaschinengestell, Steinplatte drauf, und schon ist ein Blickfang fertig. Diese alte rostige Schreibtischlampe ist ein Hit.
Diese schöne Königskerze hat sich hier einfach angesiedelt. Es müsste eine Schwarze Königskerze sein.
Was das ist? Ein Hortuslager, klarerweise 🙂 Man kann nie genug Ziegel und Steine haben, die nächsten Projekte befinden sich schon in der gedanklichen Schublade.
Was für schöne Steine!! Da fällt es schwer, nicht ein wenig um den ein oder anderen zu betteln 😉
Der Sitzplatz im Schatten wird von einer tollen Steinmauer eingerahmt. Die Hummelkugel ist für Hummeln gedacht, allerdings sind andere eingezogen, nämlich Ameisen.
Was für ein angenehmer, schöner Platz, vor allem bei der Hitze!!
Ein paar Schritte neben dem schönen Platzerl ist der Schwimmteich. Wir waren sprachlos vor Staunen! So was Schönes!!
Schaut euch das an! Hier gibt´s keine Pumpe, kein Strom wird gebraucht. Der Schwimmbereich ist 3 Meter tief. Er wurde in einen Hang gebaut!
Hier flitzen Libellen drüber, Frösche springen blitzschnell von einem Platz auf den Steinen weg, wenn man nahe kommt, Teichmolche schwimmen, Kaulquappen und 2 Ringelnattern schwimmen herum!!!!
Es gibt am Rand zwei Zonen für die Seerosen.
Einen Teichmolch hab ich erwischt!
Ein Froschbaby! So süß!!
Viele viele Libellen sind geschlüpft. Überall findet man die Exuvien, die Larvenhüllen.
Auf einem Seerosenblatt sitzt ein Frosch!
Hier ist er!

 

Eine kleine Schnecke ist auch im Teich.
Auch im Teich gibt es interessante Objekte zu sehen!!
Am Rand vom Teich haben sie diese wunderschöne Trockenmauer gebaut. Mit Sitzplatz zum Bewundern, Ausrasten, und Seele baumeln lassen!
Die Libelle auf dem Stein – ein Blickfang und Symbol für das viele Leben, das hier herrscht!
Hier wird gefachsimpelt!
Zwei Hortusianer im Gespräch, es wird erklärt, zugehört, gestaunt, gelernt.
Ein alter Waschtisch, viele Töpfchen, eine alte Gießkanne. Und davor blüht es wunderschön!
Das ist der gefleckte Schmalbock, der da auf blühendem Mauerpfeffer sitzt. Seine Farben signalisieren den Fressfeinden: Achtung, ich bin eine Wespe. Lass mich in Ruh!
So viele tolle Steine, so schön bepflanzt!!
Totholz! Holt euch Totholz in den Garten! Dann werdet ihr vielleicht belohnt. So wie Tina und Martin. Mit dem Alpenbock. Ein blauer großer Käfer, der unter Schutz steht!! Er wohnt hier!
Bei so viel altem Emaillegeschirr im Garten darf der dazupassende Herd natürlich nicht fehlen.
Der Teich. Was für ein Anblick. Man möchte gar nicht mehr weggehen.
Natürlich fehlt auch ein Liegestuhl nicht. Hier liegen die genialen Gärtner und unsere so liebenswürdigen Gastgeber und genießen das Gewurl, das Summen, das Vogelgezwitscher, die Ruhe. Wenn sie nicht gerade garteln, ober bauen, oder planen….
Eine alte Eisenkrone! Ja, eine Krone gebührt ihnen auf jeden Fall für diesen Garten!!
Und noch eine kleine Gießkannensammlung von Martin 🙂
Ein wenig überbelichtet. das Foto… Hier ist es etwas wilder, Totholz liegt, ein Igelhaus, das noch verschmäht wurde (ein lieb gemeintes Geschenk), ein Vogelhaus…… kühl ist es hier. Eine Wohltat bei der Hitze.
Das zweite Rohstofflager. Nicht umsonst ist es der gleiche Wortstamm: Hortus und horten und horteln…… 😉
Die Distel hat ihre erste rosa Blüte geöffnet. Bald wird es dort summen! Disteln sind heiß begehrt bei den Insekten!
Am oberen Rand des Garten liegt Totholz. Was für eine irreführende Bezeichnung das doch ist. Totholz. Dabei ist es ein Ort zum Leben, für so viele Tiere.
Mich erinnert dieser Käfer an einen kleinen Hirschkäfer. Es ist jedoch ein Balkenschröter
Dieser kleine Bursche ist in einen Kübel gefallen.
Martin hat da eine geniale Regenwasserkonstruktion gebaut.
Auch für junge Vogeleltern ist gesorgt.
In diesem Sandschottergemischboden tut sich einiges. Hier wartet der Ameisenlöwe auf seine Mahlzeiten…
Hier werden Rauchfänge gebaut. Ich hab grad vergessen, wer da nistet.
Ein geschotterter Weg hinauf zu dem Häuschen. Nichts ist versiegelt. Regenwasser kann in diesem Garten gut versickern.
Dieser Trauerfalter flatterte immer wieder in unsere Nähe herum.
Seht ihr die Hornisse? Sie nistet innen an der Tür des kleinen Holzhochhauses.
An dieser Tür hat auch die Töpferwespe fleißig ihr Topferln gebaut.
Und das sind nur 4 Hortusianer auf einen Streich 🙂 Martin, Tina, Robert und meine Wenigkeit, Karin.

 

 

Wir bedanken uns auf diesem Weg noch einmal für eure Gastfreundschaft, liebe Tina und lieber Martin!
Für die ausführliche Führung durch euren Garten, für eure Erklärungen, eure Begeisterung, eure Hingabe, eure Liebe zu allen Lebewesen in eurem Garten, und nicht zu vergessen: für die Bewirtung mit einem herrlichen!! Schokoguglhupf!!!
Wir freuen uns schon auf ein Wiedersehen beim Österr. Hortusnetzwerktreffen kommenden Samstag!
Alles Liebe! Karin und Robert!
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(c) Alles Fotos und Text: Karin Kurzmann