Ein Gartenrundgang im Kärntner Hortus zwischen Regenfällen. Der Garten hat´s dringend gebraucht. Kommt mit!

Ich liebe die Wilde Möhre. Denn mir gefallen alle Stadien. Die Blüte und der Samenstand. Wie ein Körbchen sieht es aus.

Das Körbchen der Wilden Möhre ist hier halb noch offen, halb eingerollt. Da sitzen oft Inseten drin.

In der Mitte “sitzt” das Scheininsekt, das Insekten zum Bestäuben anlocken soll. Geniale Natur!

Auch die Samenstände werden fleißig besucht. Und hier als Käfertreffpunkt genutzt 😉

Wilde Karde und Königskerze vertragen sich gut im Garten. Holt sie euch auch in euren Garten. Sie sind so wertvoll für die Tierwelt. Ob Blüte oder Samen, alles wird gebraucht.

Dieses Jahr ist auch ein starkes Wegwartenjahr, nicht nur ein Königskerzen- und Kardenjahr.

So hübsch sind die Blüten vom Rainfarn. Der Rainfarn ist die Futterpflanze einer Reihe von Raupen.

Wir haben doch tatsächlich 1 Sonnenblume im Garten! Unglaublich. Sie wurde von den Schnecken verschmäht. Sonst wurden alle in beiden Gärten verspeist. Im niederösterreichischen Hortus ist uns die Aufzucht von 3 Sonnenblumen gelungen, allerdings im Topf. In der Erde haben sie keine Chance.

Meine pinke Büschelrose. Was für eine Farbe in natura! Sie ist ziemlich alt, wurde von einem asiatischen Baumwürger bedrängt, von anderen Pflanzen, von einer wild aufgegangenen Eibe (danke liebe Vogerl) beschattet. Ich habe sie zurückgeschnitten und alle unerwünschten Pflanzen entfernt. Gott sei Dank hat sie alle Arbeiten drumherum gut überstanden und blüht heuer wieder.

Wir “bauen” unsere Wege im Kärntner Garten so: Grasschicht abheben, ein mineralölfreies und wasserdurchlässiges Vlies aufbringen, Rindenmulch darauf verteilen. Das ist dann erstens nicht versiegelt, Wasser kann versickern und zweitens kann der Weg verlegt werden, wenn sich Gegebenheiten ändern.

Auf diesem Foto sieht man, dass der Gärtner meines Vertrauens, der superfleißige Robert, hier eine kleine Anhöhe gebaut hat, hin zur Terrasse (Lärchenholz). Für diesen “Feldherrnhügel” 😉 hat er Material von 2 Stellen eingearbeitet:

Die Großeltern, von denen dieser Garten angelegt wurde, haben – ordentlich – alle Beete mit Beton eingerahmt, und damit es für die Ewigkeit hält, auch das Fundament geht tief hinunter. Wir brauchen aber keine eingerahmten Beete und jetzt werden sukzessive diese Betonteile ausgegraben. Wohin damit? Zum Beispiel als Fundament für den Hügel. Der Rest kommt von:

hier: dem zukünftigen Teich. Das Aushubmaterial findet also auch Verwendung. Das ist ja die Philosophie eines Hortus: nichts kommt herein, nichts geht hinaus. Gekauft wird nur, was der Garten nicht hergibt. In diesem Fall das Vlies:

Das ist die Unterlage für unsere Wege.

Der erste Weg rahmte das sogenannte “Waldbeet” ein. Unter den alten Fichten, der Föhre, der Lärche, steht eine alte Holzbank im Schatten. Leider verhindern die Bäume auch, dass Regenwasser auf das Waldbeet kommt bzw. brauchen sie das Wasser selber. Wir haben alle möglichen Pflanzen gesetzt, aber ohne sie zu gießen, sind sie eingegangen. Bis jetzt haben sich als sehr robust herauskristallisiert: Katzenminze, Traubenhyazinthen, Natternkopf, angesiedelt hat sich Rudbeckia, mit einem Topferl vom NÖ Garten kam ein Sonnenauge mit und hat sich vermehrt, es gedeihen auch Wilde Möhre und viele viele Walderdbeeren. Ein Pfaffenhütchen gedeiht auch sehr gut – noch einmal danke an die Vögel. Es wächst schon noch einiges, das mir aber grad nicht einfällt :-).

Strauch – und Baumschnitt kommt auf die Totholzhecke, Unmengen – und die Hecke sinkt immer wieder ein. Viel höher als soe wird sie nicht. Das ist wirklich faszinierend. Unten wohnen Igel. Ein idealer Rückzugsort am Tag zum Schlafen. Vielleicht auch für den Winterschlaf. Wir hoffen es!

Der Birnbaum hat Birnengitterrost. Aber das kümmert uns nicht. Wir ignorieren das.

Dicke Äste vom Schnitt trocknen wir jetzt auf der Terrasse für den noch anzuschaffenden Ofen.

Das ist ein Problembeet. Hier hat sich die sterile Seifenpflanze angesiedelt. 2x ausgerottet, erfolglos, wie man sieht. wenigestens duftet sie. Eigentlich sollten nur Himbeeren hier sein und der Geißbart. Aber diese Seifenpflanze wuchert wie verrückt. Im Herbst versuche ich sie wieder zu eliminieren. Ich bezweifle, dass ich erfolgreich bin, aber lassen können wir sie nicht, sie breitet sich so stark aus.

Wir haben viele uralte Apfelbäume im Garten. Kronprinz Rudolf, Klaräpfel und andere unbekannte Sorten.

Das wird ein gutes Brombeerjahr. Die Brombeeren wuchern aus dem Vogelparadies heraus.

Da sieht man gut, wie viele Brombeeren das schon sind. Natürlich müssen wir sie zurückschneiden, damit sie nicht den ganzen Garten erobern. Mehr zum sogenannten Vogelparadies findet ihr hier: https://www.hortus-girasole.at/unser-vogelparadies-eine-doku/

Das sind die einzigen Pflanzen in Töpfen, die ohne ständiges Gießen auskommen: Hauswurzen und Mauerpfeffer. Wir sind ja nur etwa 1x im Monat hier im Garten in Kärnten, daher sind das die einzigen Topfpflanzen hier in Kärnten.

Ich hoffe, der Rundgang hat euch gefallen!

Liebe Grüße, eure Karin!

(c) Fotos und Text: Karin Kurzmann